Vortrag “Systemrelevant? Wenn die unsichtbaren Voraussetzungen unserer Wirtschaft sichtbar werden”

Systemrelevant? Wenn die unsichtbaren Voraussetzungen unserer Wirtschaft sichtbar werden. Gastvortrag für den Bundesvorstand der Jusos

Was hat sich mit der Corona-Krise verändert? Und was können wir politisch tun um die Voraussetzungen unseres Arbeitens, Wirtschaftens und Lebens gerechter zu organisieren und damit ein gutes Leben für alle zu erstreiten? Der Bundesvorstand der JUSOS hat zu seinem diesjährigen FLINT-Vernetzungstreffen Lisa Yashodhara Haller als Keynote Speaker eingeladen.

Dem breiten Spektrum der Versorgungsleistungen wird unter dem englischen Begriff Care, seit einigen Jahren große Aufmerksamkeit gewidmet. Versorgungsleistungen werden zum einen durch Berufe gewährleistet, die wir in den letzten Monaten gerne als systemrelevant bezeichnet haben. Oftmals herrschen in diesen Branchen wie der Pflege oder bei Erzieher*innen schlechte Arbeitsbedingungen mit Schichtarbeit, Unterbesetzung und geringer Entlohnung, die langfristig Altersarmut zur Folge hat. Ein anderer Teil dieser Arbeit wird gänzlich unbezahlt im Rahmen von Unterhaltsverhältnissen und damit ökonomisch unsichtbar im privaten Raum geleistet. Weitere Informationen hier.

Naturfreundejugend Veranstaltungshinweis

Zur Geschichte sozialer Viren und biologischer Politik – Vortrag und Diskussion

Input-Veranstaltung der Naturfreundejugend Berlin mit Irene Poczka, von 19 bis 21 Uhr im Garten des ://about blank. Es gelten übliche Abstands- und Hygieneregeln. Bitte bringt einen Mund-Nasenschutz mit.

Der Input schaut zunächst zurück auf die Entstehung moderner Regierungstechniken zur Eindämmung und Prävention von Epidemien im 19. Jahrhundert in Europa. Es soll veranschaulicht werden, wie man bis weit ins 20. Jahrhundert hinein an der Idee eines baldigen „Sieges über die Seuchen“ festhielt, während zugleich die globalen und ökologischen Bedingungen für die Entstehung und Verbreitung neuer Organismen weiter verbessert wurden. Erst nach der sog. „Aids-Krise“ der 1980er Jahre rückte die Bedrohung durch Infektionskrankheiten wieder langsam auf die Tagesordnung reicher nördlicher Länder vor. Spätestens seit der ersten SARS-Pandemie 2003 verfährt der globale Norden vor allem im Modus der Absicherung gegen die Seuchen der „Anderen“. Dies haben nicht zuletzt die Reaktionen auf die Ebola-Epidemie in West-Afrika 2013-15 gezeigt. Trotz des noch recht frischen Infektionsschutzgesetzes und des seit 2005 existierenden nationalen Pandemie-Plans, fällt es hierzulande weiterhin schwer, die aktuelle Pandemie als „unsere“ Pandemie zu verstehen.