Online-Vortrag zum Thema Feminismus & Marxismus.

An der Leibniz Universität Hannover hält Friederike Beier Rahmen der Veranstaltungsreihe unisex – Hochschultage zum Geschlechterverhältnis einen Online Vortrag zum Thema Feminismus & Marxismus.

Der marxistische Feminismus begründet Geschlechterungleichheit aus der Trennung von Produktion und Reproduktion im Kapitalismus. Am Marxismus wird kritisiert, dass er Lohnarbeit ins Zentrum setzt und andere Arbeiten, wie die Herstellung und Aufrechterhaltung von menschlicher Arbeitskraft, außer Acht lässt. Feministische Theorie und Praxis vernachlässigt hingegen die Rolle des Kapitalismus in der Unterdrückung von Frauen. Wie beide Theorien zusammen gedacht wurden und aus welchen Gründen ein marxistischer Feminismus eine gewisse Aktualität genießt ist, ist Gegenstand des Vortrages und der anschließenden Diskussion sein. Informationen hier

Gastvorlesung “Care in Times of Capitalism”

Care in Times of Capitalism: Gastvorlesung an der Universität Osnabrück

An der Universität Osnabrück hält Lisa Yashodhara Haller bei der Vortragsreihe „What The Norm?! Genderdiskurse weiterdenken“ eine Gastvorlesung. Haller geht in der Vorlesung Care in Times of Capitalism – Wie eine staatliche Steuerung der Wirtschaft Geschlechterbeziehungen gestaltet den Voraussetzungen kapitalistischer Wirtschaftsweisen in ihren unterschiedlichen Organisationsformen nach. Care wird dabei in ihrer Vermittlungsfunktion zwischen der kapitalistischen Ausrichtung unserer Wirtschaft entlang von Verwertungskriterien, deren staatlicher Steuerung mittels Familienpolitik und den daraus entstehenden Geschlechterbeziehungen in Paarbeziehungen bei der Familiengründung analysiert. Weitere Informationen finden sich auf der Website der Universität.

Online-Vortrag “Infektionskrankheiten – die Geschichte einer ‘Bedrohung’?”

Infektionskrankheiten – die Geschichte einer ‘Bedrohung’? Online-Vortrag an der VHS Tübingen.

Irene Poczka spricht über die Geschichte von Infektionskrankheiten, die Versprechen von Medizin und Bakteriologie im 20. Jahrhundert, Infektionskrankheiten für alle Zeit zu besiegen und wie es statt dessen mit dem verstärkten Auftreten neuer und zum Teil Antibiotika-resistenter Organismen zur Entstehung eines neuen Bedrohungsdiskurses seit den 1990er Jahre kam. Durch die historische Perspektive will der Vortrag den Blick auf die Gegenwart schärfen und sich aktuellen Fragen zuwenden. Informationen und Anmeldung bis 13 Uhr hier.

Workshop “Liebe Sex & Sozialpolitik”

Liebe Sex & Sozialpolitik – Wie die sozialstaatliche Steuerung unser Privatleben beeinflusst: Workshop für das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Eigentlich können wir leben, wie wir wollen. Und dennoch unterliegen unsere Entscheidungen einer sozialstaatlichen Steuerung. Etwa durch die Finanzierung der Pille, einer Kinderwunschbehandlung oder der Leistungsberechtigung zum Elterngeld.

Wie regulieren staatliche Steuerungsinstrumente unser Privatleben? In welcher Weise werden Handlungsmöglichkeiten durch den Staat geöffnet und geschlossen? Und für wen?

Viele private Entscheidungen unterliegen einer sozialstaatlichen Steuerung und damit politischen Bestimmungen. Ohne deren Aufdeckung erscheint uns unser Privatleben mit samt allen Entscheidungen und Handlungen als individuelle Präferenz. In dem Online Workshop wird uns Dr. Lisa Yashodhara Haller Einblicke in die Vermittlungszusammenhänge zwischen diesen vermeintlich ganz privaten Entscheidungen und deren sozialpolitischen Einbettung geben. Jenseits plumper Ableitungsverhältnisse bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, sozialstaatliche Steuerungsabsichten in den einzelnen Subjekten, deren Handlungen, Einstellungen und der Ausgestaltung ihres Liebeslebens wiederzuentdecken und sie damit als gewordene und veränderbare Resultate politischer Steuerung zu entmystifizieren. Informationen und Anmeldung hier.

Vortrag “Systemrelevant? Wenn die unsichtbaren Voraussetzungen unserer Wirtschaft sichtbar werden”

Systemrelevant? Wenn die unsichtbaren Voraussetzungen unserer Wirtschaft sichtbar werden. Gastvortrag für den Bundesvorstand der Jusos

Was hat sich mit der Corona-Krise verändert? Und was können wir politisch tun um die Voraussetzungen unseres Arbeitens, Wirtschaftens und Lebens gerechter zu organisieren und damit ein gutes Leben für alle zu erstreiten? Der Bundesvorstand der JUSOS hat zu seinem diesjährigen FLINT-Vernetzungstreffen Lisa Yashodhara Haller als Keynote Speaker eingeladen.

Dem breiten Spektrum der Versorgungsleistungen wird unter dem englischen Begriff Care, seit einigen Jahren große Aufmerksamkeit gewidmet. Versorgungsleistungen werden zum einen durch Berufe gewährleistet, die wir in den letzten Monaten gerne als systemrelevant bezeichnet haben. Oftmals herrschen in diesen Branchen wie der Pflege oder bei Erzieher*innen schlechte Arbeitsbedingungen mit Schichtarbeit, Unterbesetzung und geringer Entlohnung, die langfristig Altersarmut zur Folge hat. Ein anderer Teil dieser Arbeit wird gänzlich unbezahlt im Rahmen von Unterhaltsverhältnissen und damit ökonomisch unsichtbar im privaten Raum geleistet. Weitere Informationen hier.

Naturfreundejugend Veranstaltungshinweis

Zur Geschichte sozialer Viren und biologischer Politik – Vortrag und Diskussion

Input-Veranstaltung der Naturfreundejugend Berlin mit Irene Poczka, von 19 bis 21 Uhr im Garten des ://about blank. Es gelten übliche Abstands- und Hygieneregeln. Bitte bringt einen Mund-Nasenschutz mit.

Der Input schaut zunächst zurück auf die Entstehung moderner Regierungstechniken zur Eindämmung und Prävention von Epidemien im 19. Jahrhundert in Europa. Es soll veranschaulicht werden, wie man bis weit ins 20. Jahrhundert hinein an der Idee eines baldigen „Sieges über die Seuchen“ festhielt, während zugleich die globalen und ökologischen Bedingungen für die Entstehung und Verbreitung neuer Organismen weiter verbessert wurden. Erst nach der sog. „Aids-Krise“ der 1980er Jahre rückte die Bedrohung durch Infektionskrankheiten wieder langsam auf die Tagesordnung reicher nördlicher Länder vor. Spätestens seit der ersten SARS-Pandemie 2003 verfährt der globale Norden vor allem im Modus der Absicherung gegen die Seuchen der „Anderen“. Dies haben nicht zuletzt die Reaktionen auf die Ebola-Epidemie in West-Afrika 2013-15 gezeigt. Trotz des noch recht frischen Infektionsschutzgesetzes und des seit 2005 existierenden nationalen Pandemie-Plans, fällt es hierzulande weiterhin schwer, die aktuelle Pandemie als „unsere“ Pandemie zu verstehen.